Wissenswertes rund um Ihr Porzellan: Unser kleiner Ratgeber
Damit Sie lange Freude an Ihrer neuen Tischkultur haben und genau das Produkt finden, das zu Ihnen passt, haben wir die wichtigsten Fragen rund um das Naturprodukt Porzellan für Sie zusammengefasst.
☕ Füllmengen bei Porzellan: Wie wird gemessen?
Beim Stöbern im Shop stolpert man oft über die Milliliter- oder Literangaben. Hier gibt es einen kleinen, aber wichtigen Unterschied zu Glaswaren:
Immer randvoll gemessen: Bei Porzellan bezieht sich die angegebene Füllmenge (z. B. 0,27 l bei einer Tasse) immer auf das maximale Volumen bis zur absoluten Oberkante – es gibt keinen Füllstrich.
Für den Alltag gilt: Damit beim Tragen nichts überschwappt, schenkt man eine Tasse meist nur zu etwa 80 % voll ein. In eine Tasse mit 0,2 Litern Gesamtvolumen passen beim gemütlichen Kaffeetrinken also ca. 0,16 Liter Flüssigkeit.
Auch bei Kochgeschirr: Schüsseln, Auflaufformen oder Kannen werden ebenfalls bis zur Oberkante gemessen. Besitzt ein Artikel eine Innenskala, zeigt diese herstellerbedingt eine etwas geringere Menge an.
🔍 Qualität
Porzellan durchläuft komplexe Herstellungsprozesse (wie Gießen, Pressen oder Drehen).
Bitte bedenken Sie, dass die Porzellanherstellung nicht nur zu mehr als 50 % auf Handarbeit beruht, sondern dass vor allem auch innerhalb der Produktion die vier Naturelemente Feuer – Luft – Wasser – Erde eine entscheidende Rolle spielen. Schon die unterschiedliche Platzierung im Ofen kann ausschlaggebend sein, weshalb beim „reinen Naturprodukt Porzellan“ geringe Schwankungen bzw. Abweichungen handelsüblich sind.
Der Werkstoff Porzellan ist ein zu 100 % natürliches Produkt (alle Rohstoffe kommen aus der Erde) und das einzige Material, dass nicht aus dem Feuer heraus-, sondern in das Feuer hineingearbeitet wird. Bei Porzellan ist die Gestalt bereits fertig, bevor es dem Feuer ausgesetzt wird. Bis zur Fertigstellung, die trotz moderner Fertigungsanlagen noch immer mit Handarbeit verbunden ist, durchläuft es neben verschiedenen Trockenprozessen am Ende bis zu dreimal das offene Feuer (ca. 1.000 °C beim sog. Glühbrand sowie ca. 1.400 °C beim Glattbrand und im Falle einer anschließenden Veredelung/Dekoration erneut nochmals bei 1.250 °C). Angemessene Schwindungstoleranzen und geringe Abweichungen in Form und Dekor liegen deshalb in der Natur der Sache. Im Gegenteil, dies ist sogar die Bestätigung dafür, dass es kein „steriles, rein technisches Produkt“ ist.
✨ Warum ist der obere Rand meiner Tasse unglasiert?
Wenn Sie mit dem Finger über den Rand mancher Haushalts-Kaffeetassen fahren, spüren Sie, dass dieser matt und unglasiert ist. Das ist kein Fehler, sondern ein Qualitätsmerkmal echter Handwerkskunst:
Feines Haushalts-Porzellan ist elegant und dünnwandig. Beim abschließenden Glattbrand im Ofen herrschen extreme Temperaturen von bis zu 1.400 °C. Damit sich die feinen Tassen bei dieser Hitze nicht verformen, werden sie paarweise mit der Öffnung aufeinandergesetzt (im Fachjargon „gebördelt“ genannt).
Dadurch bleiben die Tassen perfekt rund, allerdings gelangt an diese Stelle keine Glasur. Nach dem Brand werden die Ränder in einem aufwändigen Verfahren geschliffen und poliert, damit sie sich am Mund angenehm glatt anfühlen. (Hinweis: Dickwandiges Hotelporzellan hingegen wird meist einzeln offen gebrannt und kann daher rundum glasiert werden).
🪡 Was sind sogenannte „Nadelstiche“?
Gelegentlich sieht man auf der Oberfläche von weißem Geschirr winzige, stecknadelkopfgroße Vertiefungen. Diese entstehen während des Schmelzprozesses von Porzellan und Glasur bei 1.400 °C.
Während des Brennens treten Gase aus dem Material aus – es entstehen winzige Bläschen, die an der Oberfläche zerplatzen und im Idealfall wieder glatt verfließen. Manchmal vereinen sich Poren zu einer etwas größeren Blase, die nach dem Abkühlen als kleiner „Nadelstich“ sichtbar bleibt. Auch dies ist ein typisches Zeichen für den thermischen Entstehungsprozess und mindert die Qualität des Geschirrs im Alltag keineswegs.
🌱 Reine Natur: Warum kleine Toleranzen dazugehören
Porzellan ist ein faszinierendes Material: Es ist das einzige Werkstoff-Produkt, dessen Gestalt komplett fertig geformt sein muss, bevor es ins Feuer geht. Bis ein Teller oder eine Tasse fertig auf Ihrem Tisch steht, durchläuft das Material ein Zusammenspiel der vier Naturelemente: Feuer, Luft, Wasser und Erde.
Über 50 % Handarbeit: Trotz modernster Technik ist Porzellanherstellung ein traditionelles Handwerk.
Lebendiges Material: Schon der Platz im Brennofen entscheidet darüber, wie die Hitze auf das Stück wirkt. Während der verschiedenen Trocknungs- und Brennphasen (bis zu dreimal bei Temperaturen zwischen 1.000 °C und 1.400 °C) schwindet das Material minimal.
Geringe Abweichungen in Form, Stärke oder Dekor sind deshalb kein Zeichen mangelnder Qualität. Im Gegenteil: Sie sind der spürbare Beweis dafür, dass Sie kein stereotypes, steriles Industrieprodukt in den Händen halten, sondern ein lebendiges Stück Natur.